Köln: Jährliches Trainertreffen im TOA-Servicebüro

Köln, 16. März 2017

Köln: Jährliches Trainertreffen im TOA-Servicebüro

Wann ist der beste Zeitpunkt für die erste Mediation? Die Antwort lautet: Eigentlich nie. In der ersten Ausbildungshälfte haben die Teilnehmenden noch zu wenig gelernt, als dass sie sich eine ‚echte‘ Mediation zutrauen würden. In der zweiten Ausbildungshälfte besteht zwar einiges an Wissen und Übungserfahrung. Doch das macht es nicht unbedingt leichter […]“ (Metzger 2017: 31)

Die aktuelle Ausgabe der „Spektrum der Mediation“ (Ausgabe 66, 1. Quartal 2017) hat das Schwerpunktthema „Ausbildung, Weiterbildung: Auswahl – Inhalt – Praxis“. Freilich ähneln sich die Fragestellungen in den zivilrechtlichen Mediationsausbildungen mit denen, die wir uns in den jährlichen Treffen mit unseren Trainer*innen der Ausbildung "Mediation in Strafsachen" stellen: Eignung und Auswahl von Ausbildungsteilnehmer*innen, Unterstützung der Ausbildungsteilnehmer*innen bei der Entwicklung ihrer Haltung als Mediator*innen oder wie kommen die Teilnehmer*innen während der Ausbildung an ihre Fälle und welcher Zeitpunkt wäre sinnvoll, um mit der Fallarbeit zu beginnen?

Modulaufbau zukünftiger Ausbildungsgänge

Zwecks Austausch, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung hat das TOA-Servicebüro am 17.02.2017 das diesjährige Treffen mit den Trainer*innen der Ausbildung "Mediation in Strafsachen" im TOA-Servicebüro in Köln veranstaltet. Ein erster Tagesordnungspunkt war der Modulaufbau zukünftiger Ausbildungsgänge. Ab 2018 werden die fünf Module nun wieder jeweils mittags beginnen und enden - ein ganzer Tag wird somit in zwei halbe Tage gesplittet. Den zukünftigen Teilnehmer*innen wird dadurch die An- bzw. Abreise erleichtert und in den Abendstunden bleibt mehr Zeit für den informellen Austausch.

Zeitpunkt des Methodenmoduls

In der Vergangenheit wurde von Teilnehmer*innen wiederholt das Bedürfnis geäußert, das Methodenmodul (Modul 4) als zweites und damit im direkten Anschluss an das Basismodul anzubieten; ihres Erachtens sei dieses Wissen für die Fallbearbeitung wesentlich. Die Beratung über Vor- und Nachteile einer eventuellen Modulverschiebung ergab, dass eine Methodenvertiefung zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig ist. In den ersten Modulen wird den Teilnehmer*innen das notwendige ‚Basishandwerkszeug’ vermittelt, um den Großteil der Konfliktbeteiligten bei der Erreichung eines Täter-Opfer-Ausgleichs fachgerecht unterstützen zu können. Modul 4 zielt  insbesondere auf eine Erweiterung der Methodenkenntnisse ab, für die bereits erste Erfahrungen in der Praxis von Vorteil sein können.

Fallakquise

Im letzten Ausbildungsjahr kam es vereinzelt vor, dass Teilnehmer*innen ihre zwei Fälle nicht rechtzeitig zur Vorbereitung von Modul 5 abschließen konnten. Diese Schwierigkeiten bei der Fallakquise hingen z. B. mit einer fehlenden Anbindung an eine Fachstelle zusammen oder auch mit der geringen Fallzuweisung an die eigene Einrichtung. Zukünftig werden die Teilnehmer*innen hinsichtlich solcher möglichen Herausforderungen bereits vor Ausbildungsbeginn sowie zusätzlich in Modul 1 stärker sensibilisiert. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass es sinnvoll - und meist eben sogar notwendig - ist, sich möglichst frühzeitig um Hospitationsmöglichkeiten zu bemühen und zeitnah mit der Fallbearbeitung zu beginnen. Falls sich in den ersten Ausbildungsmonaten bereits herausstellen sollte, dass die Fallakquise vereinzelten Teilnehmenden Schwierigkeiten bereitet, werden ihnen die TrainerInnen im Rahmen ihrer Möglichkeiten beratend zur Seite stehen.

Voraussetzungen für die Ausbildungsteilnahme

In einem der letzten Tagesordnungspunkte ging es um die Beratung über Voraussetzungen für die Ausbildungsteilnahme. Die Ausbildung "Mediation in Strafsachen" ist ein Weiterbildungsangebot, das grundsätzlich allen interessierten Personen offensteht. Personen ohne einen Studienabschluss (z. B. in den Disziplinen der Sozialen Arbeit, der Psychologie, etc.) werden allerdings bereits bei der Anmeldung vonseiten des TOA-Servicebüros darüber informiert, dass sich eine Jobsuche im Tätigkeitsbereich der "Mediation in Strafsachen" ohne einen entsprechenden Hochschulabschluss voraussichtlich als schwierig erweisen könnte. Bei nicht vorhandenen Grundkenntnissen in "Kommunikation/Gesprächsführung" kann es sich zudem mitunter als sinnvoll erweisen, dass sich die Teilnehmer*innen entsprechende Kenntnisse außerhalb der Ausbildung aneignen.

Weiterentwicklung des Methodenangebots

Vom 20.-21.10.2017 ist eine zweitägige Trainerschulung zur Weiterentwicklung des Methodenangebots in der Ausbildung in Berlin geplant.

 


Quellen:

Bundesverband Mediation e. V. [Hrsg.] (2017): Ausbildung, Weiterbildung. Auswahl – Inhalt – Praxis. Ausgabe 66, 1. Quartal. Berlin;

Metzger, Tilmann (2017): Das duale Modell für die Mediationsausbildung. 10 Punkte für die vier Mediationsfälle im ersten Jahr. In: Bundesverband Mediation e. V. [Hrsg.]: Spektrum der Mediation. Ausgabe 66, 1. Quartal. Berlin, 30-33.