DFB-Spitze und TOA-Fachleute vom Justizministerium Rheinland-Pfalz eingeladen
„Konfliktbewältigung ist ein zentrales Thema für Justiz und Sport. Hier gibt es auf beiden Seiten Erfahrungen und Modelle, die man nutzen sollte, um die integrative und damit befriedende Rolle des Sports zu fördern. Besonders im Bereich des Fußballs sehe ich hier Möglichkeiten der Kooperation zwischen Justiz und Verbänden“, erklärte Justizminister Heinz Georg Bamberger bei einem Treffen in Mainz, an dem neben dem Präsidenten des Deutschen Fußballverbandes (DFB), Dr. Theo Zwanziger, und dem Vorsitzenden des DFB-Sportgerichts, Dr. Rainer Koch, Generalstaatsanwalt Norbert Weise sowie Vertreter der rheinland-pfälzischen Sportgerichtsbarkeit teilnahmen. Die fachliche Seite wurde vom leitenden Oberstaatsanwalt Klaus Puderbach, dem Leiter des TOA-Servicebüros, Gerd Delattre, und dem Vorsitzender der BAG-TOA, Arend Hüncken, vertreten. Für den TOA in Rheinland-Pfalz trat LAG-Sprecher Andreas Prause ein.
„Gerade dem Jugendfußball kommt eine zentrale Bedeutung bei der Erziehung junger Menschen im Umgang mit Konflikten zu. Oft enden solche Konflikte vor den Sportgerichten, werden mit Sperren oder anderen sportgerichtlichen Strafen sanktioniert. Nicht immer bewirkt dies eine nachhaltige Verhaltensänderung“, so Bamberger. Konflikte, die auf dem Fußballplatz ausgetragen würden, hätten ihre Wurzeln oft im gesellschaftlichen Bereich. Die Fußballverbände machen unter anderem immer wieder Erfahrungen mit fremdenfeindlichen Einstellungen bei Fans und Spielern. In diesem eher präventiven Bereich wäre durchaus ein Einsatzgebiet für alternative Konfliktschlichtung zu sehen. Der TOA könnte hier dem Sport professionelles ‚Know-how’ anbieten, das in den Fußballverbänden nicht unmittelbar zur Verfügung steht.
Die Teilnehmer waren überzeugt davon, dass der TOA in der Sportgerichtsbarkeit nicht direkt kompatibel ist, sein Einsatz aber dennoch möglich und lohnenswert erscheint. Eine Arbeitsgruppe soll sich dieses Themas annehmen und konkrete Vorschläge erarbeiten.