ANMELDESCHLUSS NAHT: Restorative Kreise selbst organisieren und durchführen

In der Mediation in Strafsachen steht die Konfliktvermittlung zwischen der tatverantwortlichen und der verletzten Person im Fokus. Häufig sind jedoch mehr  Menschen von den Folgen einer Straftat betroffen, wie zum Beispiel Eltern, Freunde, Nachbarn, Mitschüler*innen, Lehrer*innen, Justizpraktiker*innen, Fachkräfte der Sozialen Arbeit und viele mehr. Restorative Kreise ermöglichen die maximale Einbeziehung aller Personen, für die die Klärung des Konflikts und der weitere Umgang miteinander von Bedeutung sind. Es wird ein Rahmen geschaffen, in dem mehrere Perspektiven einbezogen und bei der Suche nach Lösungs- und Wiedergutmachungsmöglichkeiten auf wesentlich mehr Ressourcen zurückgegriffen werden kann als bei der Mediation.

Die Entwicklung und Anwendung von Restorative Kreisen (Circles) geht auf Dominic Barter zurück, einem Schüler und späteren Kollegen von Marshall Rosenberg, dem Begründer der gewaltfreien Kommunikation. Nach der Durchführung von unzähligen Kreisverfahren erzählt er im Interview, dass in Restorative Kreisen die Verbindung zwischen Menschen, deren Beziehung durch Misstrauen und gegebenenfalls sogar Trauma beeinträchtigt ist, wiederhergestellt werden kann: "Sie stärken sich selbst und ihre Beziehungen miteinander." Mehr noch: Im Laufe der Zeit sind auch "Auswirkungen auf andere Familienmitglieder, Nachbarn und auf andere Menschen in der Gemeinschaft, in der sie leben, lernen oder arbeiten" festzustellen. Das Zusammenleben in der ganzen Gemeinschaft verändert sich: "Spannungen und Ängste untereinander nehmen ab. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wächst. Man traut sich Angelegenheiten in die Hand zu nehmen, die eigenen und die der Gemeinschaft". Für die Praxis des Täter-Opfer-Ausgleichs stellen Restorative Kreise als vollständig restoratives Verfahren eine große Bereicherung dar.

Vom 23. bis zum 24. November 2017 veranstaltet das TOA-Servicebüro mit Garbiele Grunt ein praxisbezogenes Seminar in Frankfurt am Main, in dem Sie Restorative Kreise kennenlernen und deren Potential für Ihre eigene Arbeit erkunden können: "Restorative Kreise als Orientierungsmodell für die Begleitung von Konfliktprozessen". Gabriele Grunt ist studierte Kultur- und Sozialanthropologin, zertifizierte Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg und freie Kommunikationstrainerin. Sie beschäftigt sich seit 2009 intensiv mit Restorative Kreisen.

Anmeldeschluss ist der 8. Oktober 2017.

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