Nord West Zeitung Online: Portraits von 'Opfern' und 'Tätern'

Neben der 'klassischen' Mediation in Strafsachen bietet der seit 30 Jahren bestehende Verein Konfliktschlichtung e. V. in Oldenburg derzeit das Projekt "Opfer und Täter im Gespräch (OGT)" an: "Das Angebot richtet sich zum einen an volljährige Männer, die im geschlossenen oder im offenen Vollzug der Justizvollzugsveranstaltung in Oldenburg inhaftiert sind. Zum anderen an volljährige männliche und weibliche Opfer einer Straftat und an Angehörige von Opfern einer Straftat. Die Täter nehmen im Rahmen ihres Strafverfahrens am OTG teil. Die Opfer sind in der Vergangenheit Opfer einer Straftat geworden." (Konfliktschlichtung e. V.)

In Kooperation mit der JVA Oldenburg, dem Weissen Ring und der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen verfolgt der Verein mit diesem Angebot das Ziel, Tatbetroffenen und Tatverantwortlichen von Straftaten "eine zusätzliche Variante der gemeinsamen Auseinandersetzung mit dem Tatgeschehen anzubieten."

Die Nordwest Zeitung (NWZ Online) nahm dieses Projekt zum Anlass für die Veröffentlichung von drei Artikeln: Neben der Projektvorstellung ("Täter und Opfer zwischen Reue und Angst") werden jeweils eine tatverantwortliche und eine tatbetroffene Person porträtiert:

Solche Geschichten über Verantwortliche und Betroffene von Straftaten ermöglichen Einblicke in die Wahrnehmungsweisen, Motive, Ängste, Wünsche und Hoffnungen der Beteiligten. Im Unterschied zu spektakulären Medienberichten über 'Kriminalität', werden hier Handlungen und Erlebnisse lebensnah und subjektiv geschildert. Sie ermöglichen das Verstehen des Anderen, das Kennenlernen möglicher Situationen von 'Opfern' und 'Tätern'. Das Element des Storytellings ist ein wichtiger Grund für das Gelingen von Angeboten der Restorative Justice. Gleichzeitig können solche Porträts ein wertvoller Nährboden für das Führen eines rationalen, an humanistischen Werten orientierten Diskurses über den gesellschaftlichen Umgang mit 'Kriminalität' und 'Opferwerdung' sein.

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