Täter-Opfer-Ausgleich in Deutschland - statistische Auswertung 2006-2009

Die neuste Statistik zum Täter-Opfer-Ausgleich ist veröffentlicht und wurde unlängst in Buchform herausgegeben. Dazu schreibt die Bundesjustizministerin im Vorwort: 
"Mehr als zwanzig Jahre nach der Verankerung des Täter-Opfer-Ausgleichs im Jugendgerichtsgesetz und mehr als fünf Jahre nach der letzten  gedruckt vorgelegten Täter-Opfer-Ausgleichs-Statistik ist es an der Zeit für eine erneute eingehende Betrachtung der Entwicklung des Täter-Opfer-Ausgleichs in Deutschland. 
Seit 1993 werden die Ergebnisse der Bemühungen der Ausgleichsstellen zur Durchführung eines Täter-Opfer-Ausgleichs in der so genannten bundesweiten Täter-Opfer-Ausgleichs-Statistik festgehalten. Die über diesen langen Zeitraum gesammelten und ausgewerteten Daten erlauben eine fundierte Betrachtung des Täter-Opfer-Ausgleichs in der Praxis und stellen zugleich wichtiges Datenmaterial für die kriminologische Forschung zur Verfügung. 
Der aktuell vorliegende Bericht zeigt, dass sich der Täter-Opfer-Ausgleich weiterhin bewährt. Er ist als mögliche Reaktion – vor allem für den Bereich der mittleren Kriminalität – aus dem heutigen strafrechtlichen Sanktionssystem nicht mehr wegzudenken. Den Opferinteressen wird offenbar angemessen Rechnung getragen. Dafür sprechen die hohen Zahlen sowohl hinsichtlich der Mitwirkungsbereitschaft der Geschädigten als auch hinsichtlich der einvernehmlich getroffenen Regelungen nach Ausgleichsbemühungen, und zwar sowohl im Bereich der Jugend- als auch dem der Erwachsenenkriminalität." 
Die TOA-Forschungsgruppe führt zur aktuellen Erhebung aus: "Im Zentrum dieses Berichts stehen die Erfassungsjahrgänge der bundesweiten Täter-Opfer-Ausgleichs-Statistik 2006 bis 2009. An verschiedenen Stellen soll aber auch auf die Entwicklungen in den vorherigen Jahren eingegangen werden. 
Auch in den Jahren 2006 bis 2009 hat es wieder, wie früher, verschiedene Änderungen gegeben. Insgesamt hatte sich längerfristig die Zahl der nachhaltig  teilnehmenden Einrichtungen merklich verringert. Für das Jahr 2009 ist wieder ein deutlicher, hoffentlich stetig bleibender, Anstieg von teilnehmenden Einrichtungen zu verzeichnen. Die Gründe dafür, warum sich viele Einrichtungen, die an sich an einer Beteiligung grundsätzlich interessiert sind, dann im Ergebnis faktisch doch nicht beteiligen oder in anderen Fällen nach längerer Teilnahme aussteigen, liegen meist in objektiven Schwierigkeiten vor Ort, beispielsweise im Rückgang von Finanzmitteln oder im Weggang von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern, die in der Fallaufnahme besonders erfahren und engagiert  waren. Auch gibt es mitunter in Einrichtungen Zweifel am Sinn einer solchen bundesweiten Statistik. Dieser Zweifel nährt sich unter anderem durch die Last des täglichen Arbeitsanfalls vor Ort, aus der Perspektive des Wunsches nach bzw. der Notwendigkeit von möglichst lokal erfolgreicher Arbeit, sowie aus der direkten Verantwortlichkeit gegenüber meist ebenfalls lokalen oder regionalen Geldgebern, deren Interessen vorrangige Berücksichtigung erfordern, wozu beispielsweise eine im Vergleich zur TOA-Statistik andere Datenaufbereitung gehört.  
Die TOA-Statistik lebt davon, dass Praktiker vor Ort in den Einrichtungen bereit sind, die Fragebögen zu Fällen, Opfern und Tätern neben ihrer sonstigen Tätigkeit vollständig, verlässlich und möglichst zeitnah auszufüllen. Daher sei allen, die sich engagiert haben, auch an dieser Stelle und für diesen Bericht erneut ganz herzlich gedankt."
TOA in Deutschland - statistische Auswertung 2006-2009, veröffentlicht 2011

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