Veröffentlicht: 7. Aufl. der TOA-Standards

Nach knapp zwei Jahren ist nun der Arbeits- und Diskussionsprozess zur Überarbeitung der TOA-Standards abgeschlossen. In gemeinsamer Herausgeberschaft mit der BAG TOA e. V. veröffentlicht das TOA-Servicebüro im DBH e. V. die 7. Auflage. Die TOA-Standards werden mitgetragen vom Arbeitskreis der Opferhilfen in Deutschland e.V. (ado), BDS – Bund Deutscher Schiedsmänner und Tatausgleich & Konsens e. V.

Seit der 6. Auflage sind nunmehr über acht Jahre vergangen. Neben der Berücksichtigung rechtlicher Entwicklungen (EU-Opferschutzrichtlinie, 3. Opferrechtsreformgesetz, Strafvollzugsgesetze der Länder, Mediationsgesetz) und wissenschaftlicher Erkenntnisse (Mediation mit traumatisierten Tatbetroffenen) wurden die TOA-Standards an die Ansprüche der Praxis angepasst. Von einigen redaktionellen Änderungen abgesehen[1] ist die größte Neuerung die Namensänderung von „Standards Täter-Opfer-Ausgleich“ in „Standards Mediation in Strafsachen im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs“. Unter der Begrifflichkeit des ‚Täter-Opfer-Ausgleichs‘ werden in der Justizpraxis sämtliche Bemühungen der tatverantwortlichen Personen umfasst, einen Ausgleich mit der von der Tat geschädigten Person zu erreichen, die Tat ganz oder zum überwiegenden Teil wiedergutzumachen oder deren Wiedergutmachung zumindest ernsthaft anzustreben. Bei der Mediation in Strafsachen handelt es sich dagegen ausschließlich um klar definierte professionelle Konfliktvermittlung durch hierfür speziell ausgebildete Mediator*innen – und diese bedarf Qualitätsstandards.

Nach langer Diskussion über die Notwendigkeit einer Veränderung der Qualifikationsanforderungen für Mediator*innen in Strafsachen hat sich die Arbeitsgruppe dafür entschieden, die bisherigen Voraussetzungen qualitativ nicht zu verändern, sondern nur sprachlich ein wenig zu verfeinern. Anstelle „Ausbildung als Sozialarbeiter/-pädagoge, Psychologe, Pädagoge oder vergleichbare Qualifikationen“ heißt es nun „Absolvierung einer Ausbildung in den Bereichen der Sozialen Arbeit, Pädagogik oder eine vergleichbare Qualifikation“.

Bei den Standards handelt es sich nach wie vor um ein Produkt, das von der Praxis für die Praxis entwickelt worden ist. Das TOA-Servicebüro versteht sich in dieser Tradition und wünscht sich, dass die Standards für Mediation in Strafsachen weiterhin zur Verbesserung der Qualität und der Rahmenbedingungen im Tätigkeitsfeld beitragen.

Die 7. Auflage der TOA-Standards kann hier kostenlos heruntergeladen oder in ausgedruckter Form für eine Schutzgebühr von 7,50 € über das TOA-Servicebüro bezogen werden.


[1] Z. B. gendersensible Rechtschreibung, einheitliche Verwendung von Fachbegriffen sowie möglichst wertneutrale Formulierungen.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

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