Interdisziplinäre Perspektiven auf Gerechtigkeit im Strafrecht

Datum: 
Donnerstag, 23. Mai 2019 (Ganztägig) bis Freitag, 24. Mai 2019 (Ganztägig)

Die Debatte um Gerechtigkeit im Strafrecht hat in den letzten Jahrzehnten einen neuen Aufschwung erlebt. Lange Zeit hat der Retributivismus sowohl in der Philosophie als auch im Recht als Gerechtigkeitsideal vorgeherrscht, nach welchem der Täter proportional zur Schwere der Tat bestraft werden muss. Seit einigen Jahren spielt die restaurative Gerechtigkeitsvorstellung allerdings als Alternative zum Retributivismus eine immer größer werdende Rolle. Laut dieser wird Gerechtigkeit dann getan, wenn der Täter die Verantwortung für seine Tat übernimmt, den Schaden an seinem Opfer kompensiert und sich im besten Fall aufrichtig für seine Tat entschuldigt. Die Bestrafung des Täters spielt hier, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle.

Die Behauptung, dass Bestrafung für Gerechtigkeit irrelevant oder zumindest nicht primär relevant ist, wird vielen abwegig vorkommen, denn Bestrafung scheint konzeptionell wie strukturell zum Wesen der Strafe zu gehören. Die Überzeugung, dass Straftäter ihre Bestrafung verdienen, scheint außerdem tief in unserer Psychologie verankert zu sein. Zu eben dieser Vermutung hat sich im Bereich der empirischen Wissenschaft eine spannende Diskussion entwickelt. Ist unsere Psychologie grundlegend retributivistisch? D.h., wollen wir Täter wirklich einfach nur um der Gerechtigkeit willen bestraft sehen? Oder sind wir nicht vielmehr darauf aus, dass Täter Verantwortung übernehmen, sich entschuldigen, Wiedergutmachung leisten und versprechen, sich zu bessern?

Die Tagung dient dazu, Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Disziplinen zu einem produktiven Austausch darüber zusammenzubringen, was Gerechtigkeit im Strafrecht vom Staat verlangt.

Zielgruppe: Journalisten, Wissenschaftler

Sachgebiete:Gesellschaft, Philosophie / Ethik, Politik, Recht

Weitere Informationen

Organisatorische Fragen beantwortet Marina Hoffmann im Tagungsbüro. Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte direkt an die Veranstaltungsleitung.

Tel: +49 521 106-2768
Fax: +49 521 106-152768
E-Mail: marina.hoffmann@uni-bielefeld.de

Addresse: 
Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld
Methoden 1
33615 Bielefeld
Deutschland

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz 

Mitglied im:

European Forum for Restorative Justice Bundesverband Meditation

 

 

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