Kreisverfahren (Onlineformat)

Veranstalter: 
TOA-Servicebüro des DBH e. V.
Datum: 
Montag, 7. Dezember 2020 - 10:00 bis Dienstag, 8. Dezember 2020 - 18:00
Anmeldung geöffnet
Anmeldeschluss: 
Montag, 30. November 2020
Teilnahmegebühr: 
Diese setzt sich zusammen aus:
Ausbildungs-/Seminar-/Tagungsgebühr: 
240,00

Seminarbeschreibung

Konfliktregelung, insbesondere in Strafsachen, bedeutet auszugleichen zwischen verschiedenen subjektiven Erlebnis- und Alltagswelten, auszugleichen zwischen verhärteten Fronten, verborgenen Ängsten, Vorurteilen, verdeckter oder offener Abwehr. Hinzu kommt der der Wunsch nach Befriedung. Mediator*innen vermitteln demnach nicht nur zwischen den beteiligten Konfliktparteien (interpersonell), sondern auch zwischen inneren Konflikten (intrapersonell) wie bspw. widerstreitenden Gefühlen, Interessen und Bedürfnissen.

Kreisansätze bieten Räume für Betroffene von schmerzhaften Konflikten, um gemeinschaftlich zusammenzukommen. Das Einbeziehen der mittelbar Betroffenen (z. B. des sozialen Umfelds) in den Bewältigungsprozess ist das Besondere an ihnen. Sich mitzuteilen und einander bewusst zuzuhören, ermöglichen es Verantwortung wahrhaftig zu übernehmen. Außerdem bleibt niemand mit dem Geschehen und/oder den Auswirkungen allein.

Es gibt verschiedene Kreisansätze, die in der Restorative Justice Anwendung finden. In diesem Seminar sollen drei von ihnen anhand von Beispielen vorgestellt werden: Talking Circles (Redekreise) sowie Restorative Circles nach Dominic Barter und Restorative Circles vom Institute for Restorative Practices (heilende Kreise). Neben den individuellen Strukturelementen der einzelnen Ansätze gibt es gemeinsame Prinzipien, die die Kreise ihre Kraft und Wirkung entfalten lassen. Auch diese Prinzipien werden in dem Seminar thematisiert.

Fachliches Ziel des Seminars ist es, Kreisverfahren kennenzulernen, die in der Restorative Justice Anwendung finden. Das Seminar ist der Einstieg in ein prozessorientiertes Lernen zu diesem Thema.

Um das COVID-19-Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten, findet die Veranstaltung online über die (datenschutzkonforme) Plattform Big Blue Button statt.

Schwerpunkte des Seminars

Die inhaltlichen Schwerpunkte gestalten sich rund um die Kreisverfahren als Restorative-Justice-Praktiken:

  • Erörterungsfragen: Wie definieren wir Gemeinschaft? Wer kann wann von Kreisen profitieren? Wer entscheidet über die Teilnahme am Kreisverfahren? Welche Fähigkeiten braucht es, um einen Kreis zu begleiten? Gibt es restorative Fragen? Was sind restorative Fragen und wie stelle ich diese?
  • Vielfalt der Kreisverfahren: Talking Circles (Redekreise) sowie Restorative Circles nach Dominic Barter und Restorative Circles vom Institute for Restorative Practices (heilende Kreise)
  • Kreisverfahren in Fällen schwerer Gewalt und Vandalismus: internationale Beispiele anhand von Videosequenzen
  • Bezugsthemen: Social Discipline Window nach McCold und Wachtel, Scham und der Umgang mit ihr (Kompass der Scham) nach Nathanson, Affekttheorie nach Tomkins

Methoden und Ansätze

Methodisch gestaltet sich das Onlineseminar aus:

  • Theoretischem Input;
  • Fallbeispielen anhand von Videosequenzen;
  • Rollenspielen und Simulationen von Fällen im virtuellen Kreis (Lernen & Erfahren des Kreises);
  • Reflexionsübungen allein, zu zweit und in Kleingruppen.

Zielgruppe

Das Seminar richtet sich an alle Praktiker*innen im Täter-Opfer-Ausgleich sowie in der Opfer- und Täterhilfe (z. B. Bewährungshilfe, Gerichtshilfe und Jugendgerichtshilfe bzw. Jugendhilfe im Strafverfahren). Ferner richtet es sich an Personen, die aufgrund ihrer Berufs- und/oder Lebenssituation im Umgang mit Menschen erfahren sind und sich für das Thema interessieren.

Aufbau des Seminars

Das Seminar ist als zweitägige, aufeinander aufbauende Veranstaltung konzipiert. Eine Anmeldung ist nur für die Teilnahme an beiden Seminartagen möglich.

Tag 1

8 Unterrichtsstunden

Tag 2

8 Unterrichtsstunden

Gesamt

16 Unterrichtsstunden

Am Ende der Veranstaltung erhalten Sie eine Teilnahmebescheinigung.

Referentin

Annett Zupke arbeitet seit fast 20 Jahren mit Gruppen rund um Themen der Kommunikation, seit 2008 primär mit dem Ansatz der Gewaltfreien Kommunikation. Sie ist vom Internationalen Zentrum für Gewaltfreie Kommunikation (CNVC) zertifiziert, begleitet Gruppen und Familien bei der Aufarbeitung von schmerzhaften Konflikten mit Hilfe von Kreisprozessen wie u. a. Restorative Circles.

Annett Zupke ist Mitglied im European Forum for Restorative Justice (EFRJ). Die Etablierung von Restorative Justice liegt ihr am Herzen, dafür hält sie Vorträge und bietet Seminare sowie Filmabende an. Für den Dokumentarfilm „Beyond Punishment“ (Deutschland, 2015) begleitete sie als Mediatorin die Hinterbliebenen eines Mordopfers sowie den dafür Verantwortlichen im Rahmen eines möglichen Begegnungsprozesses. Seit 2018 betreut sie die deutschsprachigen Exponate der internationalen Wanderausstellung vom „The Forgiveness Project“.

Zeitlicher Rahmen

Seminartermine:

Tag 1: 07.12.2020

Tag 2: 08.12.2020

Beide Seminartage beginnen jeweils um 10.00 Uhr und enden um 18.00 Uhr.

Kosten, Teilnahme und Anmeldung

Seminargebühr:      240,00 €

Eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 30. November 2020 über die Website des TOA-Servicebüros möglich. Spätestens zwei Tage vor dem Veranstaltungsbeginn erhalten die Teilnehmenden Ihre Zugangsdaten zur Onlineplattform.

Technische Anforderungen und Hinweise

Zur Teilnahme am der Onlineseminar benötigen Sie neben einem Computer mit einer stabilen Internetverbindung, einen gängigen (aktuellen) Browser, eine Videokamera und ein Headset.

Um technische Schwierigkeiten zu vermeiden: Bitte achten Sie im Vorfeld darauf, dass Sie die aktuelle Version Ihres Internetbrowsers mit den vorgegebenen Standardeinstellungen verwenden (z. B. keine Pop-up-Blocker etc.).

Veranstalter

Auf Beschluss von Bundestag und Bundesregierung wurde das TOA-Servicebüro als überregionale Zentralstelle zur Förderung des Täter-Opfer-Ausgleichs eingerichtet. Es ist eine Einrichtung des DBH e.V. - Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik - und wird zum Großteil aus Mitteln des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz gefördert.

Bei inhaltlichen und organisatorischen Fragen wenden Sie sich bitte an Herrn Willms:

Tel.:                (0221) 94 86 51 27 oder

E-Mail:            info@toa-servicebuero.de

Website:         www.toa-servicebuero.de

Vertragsbedingungen

Anmeldeschluss ist der 30. November 2020. Stornierungen müssen grundsätzlich in Textform erfolgen. Kostenlose Stornierungen von bereits verbindlich angemeldeten Teilnehmenden müssen bis zum Anmeldeschluss im TOA-Servicebüro vorliegen. Für Stornierungen nach dem 30. November 2020 bis zum Veranstaltungsvortag (Werktag) wird eine Ausfallgebühr in Höhe von 50% der Teilnahmegebühr berechnet. Bei Absage am Veranstaltungstag oder bei Nichterscheinen des bzw. der Teilnehmer*in wird die vollständige Teilnahmegebühr fällig. Weitere Informationen finden Sie in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen: https://www.toa-servicebuero.de/agb

Wir bitten um Verständnis, dass wir uns Absagen oder Änderungen des Seminars vorbehalten müssen. Das ist insbesondere bei Ausfall der Dozierenden oder bei zu geringer Teilnehmer*innenzahl u. ä. der Fall. In einer solchen Situation erfolgt eine umgehende Information.

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz 

Mitglied im:

European Forum for Restorative Justice Bundesverband Meditation

 

 

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