TM 02/2015 Schluss mit der Strafromantik

TM 02/2015

"Schluss mit der Strafromantik"

Inhaltsverzeichnis:

  • Gerd Delattre  "Prolog"
  • Leitthemen:
    • Karl-Ludwig Kunz   "Muss Strafen sein oder was sollen wir tun?"
    • Theresa M. Bullmann   "Auf der Suche nach dem Erfolg des Knastsystems"
    • Interview mit  Eugen Drewermann  über Strafe, Gerechtigkeit und Vergebung
    • Rudolf Sponsel   "Psychologie der Strafe"
    • Felix Klopotek   "Reflexion über Gerechtigkeit"
    • Interview mit  Uwe Wesel  über die Verfassungswidrigkeit von Haftstrafen   
    • Gerd Hankel   "Die Gacaca-Justiz in Ruanda"
    • Michael Stiels-Glenn   "Neurowissenschaften und TOA"
  • Fritz Sack   "Nachruf auf Nils Christie (24.02.1928-27.05.2015)
  • Wir stellen vor:
    • Inge Vanfraechem
  • In eigener Sache:
    • "'Nachwuchsförderung' im TOA"
    • "Das Dortmunder Modell"
    • "Zwischenstand: Umsetzung der Informationspflicht über den TOA"
  • International:
    • Doron Pely   "Sulha - Restorative Justice und das reintegrierende Wiederherstellen der Ehre"
  • Link(s) und Filmtipps:
  • Recht(s):
    • Wolfram Schädler/Andreas Ernemann   "Kein TOA beim Eingriff in den Straßenverkehr?"
  • Literaturtipps:
    • "Wilde Diplomaten" (Frans de Waal)
    • "Bestrafen der Armen" (Loïc Wacquant)
    • "Konflikte fordern uns heraus" (Gary Friedman/Jack Himmelstein)
    • "Restorative Justice and Mediation in Penal Matters (Frieder Dünkel et al.)
  • Christoph Willms   "Motivierende Gesprächsführung im TOA-Erstgespräch"
  • Lutz Netzig   "Mediation bei Beziehungsdelikten?"

Unten stehend befindet sich eine frei zugängliche Downloadversion unserer Zeitschrift.

Diese ist auch für 5,00 € als Druckversion bzw. für 21,00 € (inkl. Versand) jährlich im Abonnement erhältlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwischenstand: Vorschlag zur Umsetzung der Informationspflicht über den Täter-Opfer-Ausgleich

Aller Voraussicht nach wird in den kommenden Monaten das 3. Opferrechtsreformgesetz im Bundestag beschlossen. Ein Schwerpunkt dieser Reform liegt auf der Stärkung des Informationsrechts der Betroffenen von Straftaten bei der ersten Kontaktaufnahme mit einer zuständigen Behörde.

Entsprechend des neuen Gesetzesentwurfs sind die Verletzten im Rahmen ihrer Unterrichtung über ihre Befugnisse im Strafverfahren u. a. auch über die Möglichkeit hinzuweisen, dass sie "nach Maßgabe des § 155a [StPO] eine Wiedergutmachung im Wege eines Täter-Opfer-Ausgleichs erreichen können" (§ 406i Abs. 1. Nr. 5 StPO-E). Die Information sollte "möglichst frühzeitig, regelmäßig schriftlich und soweit möglich in einer für sie verständlichen Sprache" (§ 406i Abs. 1 StPO-E) erfolgen. Außerdem sollte diese nach § 406k Abs. 1 StPO-E "Angaben dazu enthalten, 1. an welche Stellen sich die Verletzten wenden können, um die beschriebenen Möglichkeiten wahrzunehmen, und 2. wer die beschriebenen Angebote gegebenenfalls erbringt." Es ist Aufgabe der Länder, dies en Detail auszugestalten.

Am Mittwoch, den 24. Juni 2015, veranstaltete das TOA-Servicebüro in Köln einen bundesweiten Fachtag mit 22 Praktikerinnen und Praktikern aus dem TOA, um gemeinsam erste Vorschläge zu erarbeiten, wie die Informationspflicht über den TOA sinnvoll umgesetzt werden kann.

Nach einer kurzen Einführung ins Thema wurden drei Arbeitsgruppen gebildet. Die Teilnehmenden setzten sich darin u. a. mit folgenden Fragestellungen auseinander:

  • Welche Anforderungskriterien sollte eine Information der Betroffenen über den TOA erfüllen?
  • Wann und wie oft sollte die betroffene Person über den TOA informiert werden?
  • Wer sollte die betroffene Person über den TOA informieren?
  • Wie könnte die Organisation (Vernetzung?) einer einheitlichen Information der Betroffenen aussehen?
  • Wie ließe sich die Organisation umsetzen?

Am Nachmittag wurden die Vorschläge im Plenum dargestellt und diskutiert.

Im nächsten Schritt werden die Ergebnisse des Fachtags vom TOA-Servicebüro ausgearbeitet und deren Inhalte mit den Beteiligten abgeglichen; bei Bedarf findet im Herbst 2015 ein weiteres Arbeitstreffen statt.  Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse verfasst und veröffentlicht das Servicebüro eine Empfehlung zum weiteren Umgang mit der Informationspflicht über den TOA.

Mitteilungen über weitere Zwischenergebnisse des Arbeitsprozesses sind in Zukunft auf der Website und/oder im TOA-Magazin zu finden. Bei Rückfragen können Sie sich gerne an den Öffentlichkeitsreferenten des TOA-Servicebüros wenden:

Christoph Willms, cw@toa-servicebuero.de, (02 21) 94 86 51-27.

Haben wir nicht alle in den Lehrbüchern am liebsten die Fallbeispiele gelesen?

Teilen Sie im TOA-Magazin Erkenntnisse und gelungene Vorgehensweisen im Täter-Opfer-Ausgleich, damit auch andere davon lernen können.

Wenn Sie Interesse, Fragen oder bereits verschriftlichte Fallbeispiele haben, zögern Sie nicht und kontaktieren Sie Theresa M. Bullmann per Email (tb@toa-servicebuero.de).