Aktuelles TOA Magazin

TM 01/2016

"Das Für und Wider von Ehrenamt"

Inhaltsverzeichnis:

  • Christoph Willms  "Prolog"
  • Leitthemen:
    • Joachim Winkler   "Geschichte und Begriff des Ehrenamts - eine Übersicht"
    • Gisela Notz   "Das Dilemma des Ehrenamts und seine wiederkehrenden Konjunkturen"
    • Heinz Schöch   "Ehrenamtliche Opferhilfe und Täter-Opfer-Ausgleich"
    • TOA-Team bei Sprungbrett e. V. Hanau   "Gedanken zum Ehrenamt im TOA"
    • Claudia Pinl   "Ehrenamt statt Sozialstaat?"
    • Mitarbeiter*innen des Kölner Notrufs für vergewaltigte Frauen   "... geben Auskunft"
    • Wolfgang Schlupp-Hauck   "TOA zwischen Gestaltungsfreiheit und Normierung"
  • Links & Film
  • Recht(s):
    • Dieter Rössner   "Strafmilderung durch TOA (§§ 46a i. V.m. 49 Abs. 1 StGB)"
  • In eigener Sache:
    • "Auswertung der bundesweiten Täter-Opfer-Ausgleichs-Statistik"
    • Ulrich Bremer   "Statement zum Fall 'U-Bahn-Schubser'"
  • Berichte:
    • Mounira Ammar   "Nachbarschaftszirkel in Berlin - Gemeinschaftsbildung im Kiez"
    • Wolfgang Schlupp-Hauck   "Opferorientierung im Justizvollzug
  • Literaturtipps:
    • "Die Schwere der Schuld: Ein Gefängnisdirektor erzählt" (Thomas Galli)
    • "The Forgiveness Project: Stories for a vengeful age" (Marina Cantacuzino)
    • "Bürokratie: Die Utopie der Regeln" (David Graeber)
  • International:
    • Sonja Pflaum/Florian Went/Veio Zanolini   "Restorative Justice in der Schweiz"
  • Wir stellen vor:
    • Daniel Wolter
  • Christa Pelikan   "Eine Frage der Ehre?"
  • Interview mit   Martin Hagenmaier   über Restorative Justice im Gefängnis

Unten stehend befindet sich eine frei zugängliche Downloadversion unserer Zeitschrift.
Diese ist auch für 7,50 € als Druckversion bzw. für 21,00 € (inkl. Versand) jährlich im Abonnement erhältlich.

PDF Download:

Nils Christie gilt als einer Vordenker von dem, was wir heute unter Restorative Justice verstehen. Sein Artikel "Konflikte als Eigentum" (1977) gehört zu den wichtigsten Grundlagentexten zum Thema. 30 Jahre nach dessen Veröffentlichung zieht er im Rahmen eines Vortrages an der Universität Sheffield ein kritisches Zwischenfazit und weist auf "Fünf drohende Gefahren für Restorative Justice" hin.

Im TOA-Magazin 1/2016 haben wir seine Rede erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht. Wir möchten eine kritische Reflexion und Diskussion der Entwicklung der Restorative Justice und des Täter-Opfer-Ausgleichs in Deutschland anregen. Nach wie vor freuen wir uns über weitere schriftliche Auseinandersetzungen mit Christies Gefahrenanalyse, um im Heft verschiedene Rahmungen oder/und Weiterführungen der Thematik abzubilden.

Falls Sie für eine der kommenden Ausgaben des TOA-Magazins einen Beitrag zur Diskussion leisten möchten, wenden Sie sich bitte per Email an Theresa M. Bullmann (tb@toa-servicebuero.de).

Auswertung der bundesweiten Täter-Opfer-Ausgleichs-Statistik für die Jahrgänge 2013 und 2014

In den vergangenen Monaten ist die neue Auswertung der bundesweiten Täter-Opfer-Ausgleichs-Statistik der TOA-Forschungsgruppe als Online- und Printversion erschienen. Die Veröffentlichung befasst sich mit den gemeldeten Fällen aus den Jahrgängen 2013 und 2014 knüpft damit nahtlos an die vorherigen Untersuchungen an.

Insgesamt haben sich 67 Einrichtungen, die den Täter-Opfer-Ausgleich in Form einer Mediation in Strafsachen anbieten, an der TOA-Statistik beteiligt und im Jahr 2013 5.573 sowie im Jahr 2014 7.393 Fälle eingereicht. Die Teilnahme ist freiwillig und die in der Studie berücksichtigten Fälle wurden in der Folge nicht zufällig ausgewählt.

Im strengen statistischen Sinne gilt die Auswertung damit nicht als repräsentativ. Gleichwohl „dokumentiert sie, wie bislang keine andere Erhebung, auch außerhalb Deutschlands, anhand von tausenden und längerfristig gesehen sogar zehntausenden ausgewerteten Fällen, dass der TOA von Opfern und Tätern, die darauf angesprochen werden, mehrheitlich akzeptiert wird“ (S. V).

Im Folgenden werden ausgewählte neue Erkenntnisse vorgestellt:

  • Die Mehrheit der Fälle wird nach wie vor im Vorverfahren von der Staatsanwalt angeregt (2014: 79,2  %) – „ in den vorliegenden Berichtsjahren allerdings mit sinkender Tendenz zugunsten der Jugendgerichtshilfe die 2014 einen Anteil von 12  % ausmacht“ (S. 21).
  • „Die Grundstruktur der Verteilung [der Delikte nach Straftatbestand] hat sich langfristig kaum geändert“ (S. 31).
  • Insbesondere haben körperliche Verletzungen Eingang in die TOA-Statistik gefunden (2014: 41  %); „die leichten Körperverletzungen [haben] zugunsten der mittelschweren Körperverletzungen im Vergleich zu 2011/2012 abgenommen“ (S. 25) Weitere Straftatbestände waren in 2014 z. B. Beleidigung (16  %), Straftaten gegen die persönliche Freiheit (12,6  %), Sachbeschädigung (10,6  %), Diebstahl und Unterschlagung (8,3  %) (S. 31).
  • Der Anteil der Beschuldigten mit deutscher Staatsangehörigkeit „ist in den Jahren 2010 bis 2014 von 72,4% auf 76,7% leicht angestiegen“ (S. 29).
  • Ca. 70% der Beschuldigten kannten die geschädigte Person bzw. 43,5% (2014, S. 35) kannten sie sie vor der Tat sehr gut. „Damit unterscheiden sich die Zahlen nicht auffallend von den vorherigen Berichtsjahren“ (S. 35).
  • Mehr als die Hälfte der kontaktierten Geschädigten (2014: 57,8  %, S. 37) und mehr als Zweidrittel der Beschuldigten (2014: 72,8 %, S. 39) erklärten sich nach Kontaktaufnahme für einen TOA bereit. Wenn es zu einem Ausgleichsgespräch kam, konnte im Großteil der Fälle (2014: 83,6  %, S. 52) eine Einigung erzielt werden. Seit Beginn der Datenerhebung 1993 ist damit „der Anteil der einvernehmlichen und abschließenden Regelungen nach einem Gespräch nicht ein einziges Mal unter 80% gefallen“.

Die Onlineausgabe kann kostenlos in unserer Bibliothek oder über die Internetseite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz heruntergeladen werden.