TOA-Magazin 2/19: Qualität setzt sich durch II

DBH e. V.

Das TOA-Magazin 2/19 wollte mit dem Thema „Qualität setzt sich durch“ auf den Qualitätsrahmen für den Täter-Opfer-Ausgleich im deutschen Kontext, ebenso wie auf die Empfehlungen, Werte und Ansätze im europäischen Kontext aufmerksam machen. Dabei ging es insbesondere um die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen, die mit einer qualifizierten Arbeit im TOA verbunden sind. Denn „Qualität“ meint nicht nur wahrnehmbare Zustandsformen von Prozessen sowie deren Beschaffenheit/Eigenschaften. „Qualität“ meint auch die Bewertung aller Tätigkeiten, die diesen Prozess bedingen, sowie die Bewertung der Voraussetzungen für diesen Prozess. Der Blick auf die deutschen Standards für Mediation in Strafsachen im Rahmen des TOA sowie auf die europäischen Werte, Standards und Empfehlungen ist daher unerlässlich.

Doch wenn „Qualität“ eben auch die Bewertung aller individuellen Handlungen der Akteur*innen bedeutet, die den Prozess eines TOA bedingen, muss der Blick auch auf die praktische Umsetzung gerichtet werden. In Ergänzung zum vergangenen Heft werden daher im TOA-Magazin 1/20 die Rahmenbedingungen für einen fachlich qualifizierten Täter-Opfer-Ausgleich aus der Praxis heraus, also Ihnen, diskutiert: Was ist elementar, was eher strittig? Was ist umsetzbar, welche Hemmnisse gibt es?

So konnten wir Prof. Arthur Hartmann und Marie Luise Schmidt von der TOA-Forschungsgruppe dafür gewinnen, die druckfrischen Ergebnisse zur neuen TOA-Statistik vor dem Hintergrund der Umsetzung der EU-Opferschutzrichtlinie auszuwerten. Sie finden hier somit eine Darstellung zur TOA-Praxis in Ergänzung zum vorangegangenen Beitrag von Christoph Willms und mir, in dem die Rückmeldungen der Landesjustizverwaltungen zu den Standards veröffentlicht wurden.

Darüber hinaus konnten wir für das aktuelle Heft Praktiker*innen aus Justizverwaltung und der Vermittlungsarbeit gewinnen, die die dargestellten europäischen Empfehlungen anhand ihrer Arbeit im Handlungsfeld bewerten: Welche Relevanz haben diese, welche ‚Regeln‘ sind in der Umsetzung zu priorisieren, welche Herausforderungen sind damit verbunden und welche Verbündeten werden gebraucht? Lesen Sie in dem Beitrag von Jessica Hochmann und Jo Tein, welche Perspektive die Landesjustizverwaltung Schleswig-Holstein sowie in den Beiträgen von Christian Ricken und Katharina Heitz (BGBW) bzw. von der Waage Hannover e. V., welche Perspektive die TOA-Praxis in behördlicher wie freier Trägerschaft einnimmt.

Ergänzend zur letzten Ausgabe finden Sie im Beitrag von Jee Aei Lee und Sophie Dowsett einen internationalen Blick zur Qualitätssicherung im Kontext der Restorative Justice durch die vom UNODC herausgegebenen „Basic principles on the use of restorative justice programmes in criminal matters“.

Gerade in Zeiten physischer Distanzierung sind wir auf neue Weise damit konfrontiert, ‚gut für uns aufzuräumen‘, zu reflektieren und ggf. zu verändern. Diese Räume eröffnen sich uns im Privaten genauso wie im Beruflichen. Lassen Sie uns gemeinsam nachdenken, Notwendigkeiten aufzeigen und gestärkt wie vereint weitergehen!

Neben dem Schwerpunkt dieser Ausgabe dürfen Sie sich wie immer auf interessante Beiträge aus den verschiedenen Rubriken freuen. Zum Beispiel in der Rubrik „Internationales“ erzählt Ciske Coudenys über dreijährige Erfahrungen mit Restorative Praktiken in belgischen Flüchtlingsheimen. Aufmerksam machen möchte ich Sie dieses Mal auch auf die beiden – ebenfalls internationalen – Einzelbeiträge von David L. Gustafson („Vergebung als Weg zur Heilung von Gewaltverbrechen“) sowie Brunilda Pali und Silvia Randazzo („Restorative Justice mit Kindern“). Bitte lesen Sie auch gerne den Beitrag von Viktoria Wierschem zur Auswertung der Kampagne 2019 „TOA – Auf dem Weg“. Mit diesem Beitrag verabschiedet sich ‚unsere Vicky‘ von ihrer studentischen Hilfstätigkeit im TOA-Servicebüro und startet in ihr Berufsleben. Wir danken ihr für die großartige Unterstützung, für die tolle gemeinsame Zeit und wünschen ihr alles Gute für ihren weiteren Weg!

 

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz 

Mitglied im:

European Forum for Restorative Justice Bundesverband Meditation

 

 

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