16. Forum für Täter-Opfer-Ausgleich

Autor/Autoren: 
TOA-Servicebüro
Jahr: 
2016

Köln, 22. April 2016

Pressemitteilung

16. Forum für Täter-Opfer-Ausgleich

„Fortschritt braucht (Frei-) Räume“

26 Zeilen, 2.004 Anschläge

16. Forum für Täter-Opfer-Ausgleich in Bad Kissingen

Das Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung veranstaltet vom 01. bis zum 03. Juni das 16. Forum für Täter-Opfer-Ausgleich (TOA). Die Tagung findet im Hotel Sonnenhügel in Bad Kissingen statt. Ziel der Veranstaltung ist sowohl der interdisziplinäre Austausch zwischen allen Personen, die sich aus beruflichen und ehrenamtlichen Gründen für den Grundgedanken des Täter-Opfer-Ausgleichs interessieren, als auch die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Mediationspraxis in Strafsachen.

Aufarbeitung: erfolgreicher Täter-Opfer-Ausgleich bei versuchtem Totschlag

Auf der Veranstaltung wird u. a. der erfolgreiche und medienwirksame Täter-Opfer-Ausgleich im Fall des „U-Bahn-Schubsers von Köln“ aus Perspektive der Betroffenen sowie aus juristischer Sicht fachlich aufgearbeitet. Zum Hintergrund: Ein alkoholisierter 49-jähriger Mann stieß eine 36-jährige Frau vor eine einfahrende U-Bahn. Die Frau überlebte, gegen den Mann wurde ein Strafverfahren wegen versuchten Totschlags eröffnet. Auf Anregung der geschädigten Person fand ein Ausgleichsgespräch statt. Dabei konnte eine Einigung erzielt werden, die der Betroffenen dabei half, das Erlebte besser verarbeiten zu können. Aus diesem Fall lassen sich grundlegende Fragestellungen und Implikationen für den zukünftigen Umgang mit anderen schweren Straftaten ableiten.

Fortschritt braucht (Frei-)Räume

„Stärker als in der Vergangenheit wird auf dem diesjährigen TOA-Forum zur Inspiration durch Referierende aus anderen Fachgebieten und Lebensbereichen eingeladen“, sagt Gerd Delattre, Leiter des Servicebüros für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung. „Schlagworte sind zum Beispiel Shared Space, partizipative Technologien, Sozialraumorientierung oder die Forderung nach dem bedingungslosen Grundeinkommen.“ Ebenso Bestandteil der Tagung ist die Auseinandersetzung mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, Themen mediativer und juristischer Praxis sowie der Opferhilfe.

Für Rückfragen:

Christoph Willms

Tel.: 02 21 / 94 86 51 - 27

Email: cw@toa-servicebuero.de

Website: www.toa-servicebuero.de/toa-forum


Weitere Informationen

Über das Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung

Auf Beschluss von Bundestag und Bundesregierung wurde das TOA-Servicebüro 1992 als überregionale Zentralstelle zur Förderung des Täter-Opfer-Ausgleichs eingerichtet. Es ist eine Einrichtung des DBH e. V. – Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik – und wird aus Mitteln des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert.

Der dahinter stehende Grundgedanke: Eine Straftat ist eine Verletzung von Menschen und Beziehungen. Eine solche Verletzung schafft Verpflichtungen. Im idealen Fall bezieht die Justiz Opfer, Täter und das Gemeinwesen in die Bemühungen um eine Verbesserung mit ein. Der zentrale Ansatz lautet: Die Bedürfnisse der Tatbetroffenen und die Verantwortung des Täters, das Übel wiedergutzumachen, zu einer gemeinsamen Lösung zusammen zu führen. Dies geschieht im Täter-Opfer-Ausgleich. Das TOA-Servicebüro  trägt aktiv dazu bei, diesen Weg einer konstruktiven Bewältigung des durch eine Straftat geschehenen Unrechts (Annäherung an den englischen Begriff – Restorative Justice) fest in das Strafrechtssystem zu integrieren. Arbeitsschwerpunkte sind Öffentlichkeitsarbeit, Aus- und Fortbildung, Qualitätssicherung und -entwicklung.

Ziel des Servicebüros für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung ist die vermehrte, fachgerechte Anwendung des Täter-Opfer-Ausgleichs. Dabei bedeutet vermehrt eine bundesweit flächendeckende Anwendung in allen geeigneten Fällen. Fachgerecht bedeutet, Mindeststandards für die Ausgleichsarbeit zu erarbeiten und festzulegen, Mitarbeitende der Einrichtungen entsprechend auszubilden, die Ausgleichspraxis zu überprüfen und weiterzuentwickeln sowie den Dialog mit Betroffenen, der Bevölkerung im Allgemeinen und mit den Medienvertretenden zu vertiefen.

Über den Täter-Opfer-Ausgleich

Der Täter-Opfer-Ausgleich bietet sowohl den Betroffenen von Straftaten als auch den Tatverantwortlichen die Möglichkeit, mit Hilfe einer vermittelnden Person ihren Konflikt außergerichtlich zu regeln und sich über eine Versöhnung und Wiedergutmachung zu verständigen. Bei Gericht bekommt man in der Regel selten Recht, sondern eine Entscheidung. Diese hinterlässt vielfach Verlierer und entfacht den Streit erst richtig. Im Täter-Opfer-Ausgleich wird dagegen unter der maximalen Einbeziehung der Beteiligten eine dauerhafte und friedensstiftende Konfliktlösung angestrebt. Mehr Opfergerechtigkeit wird auch durch die sofortige Einbeziehung der zivilrechtlichen Forderungen (Schadensersatz, Schmerzensgeld usw.) erreicht. Dahinter steckt die Philosophie einer bürgernahen Rechtspolitik, die den Betroffenen eine für sie angemessene Lösung des durch die Straftat entstandenen Konflikts zutraut. Die Wiederherstellung des (Rechts)-Friedens ist oberstes Ziel.

Über das Forum für Täter-Opfer-Ausgleich

Seit über 20 Jahren veranstaltet das Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung im Abstand von ein bis zwei Jahren das bundesweite Forum für Täter-Opfer-Ausgleich. Zur Zielgruppe der Veranstaltung gehören alle Praktiker/innen im Täter-Opfer-Ausgleich, Beschäftigte in Opfer- und Täterhilfe sowie alle Menschen, die sich (ehrenamtlich) für den Grundgedanken des Täter-Opfer-Ausgleichs interessieren und den eigenen Horizont zu erweitern bzw. sich interdisziplinäre Anregungen für ihre eigene Arbeit bzw. ihre Haltung holen möchten.

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