Wege der Vergebung – eine Reise um die Welt

Autor/Autoren: 
TOA-Servicebüro
Jahr: 
2016

Köln, 20. Mai 2016

Pressemitteilung

Wege der Vergebung – eine Reise um die Welt

Öffentlicher Vortrag im Rahmen des 16. Forums für Täter-Opfer-Ausgleich

26 Zeilen, 1.904 Anschläge

Öffentlicher Vortrag zum Thema „Vergebung“

Im Rahmen des 16. Forums für Täter-Opfer-Ausgleich findet am 03. Juni 2016 um 10 Uhr 30 im Hotel Sonnenhügel in Bad Kissingen ein kostenloser Vortrag von Jan de Cock statt. Das Thema heißt: „Wege der Vergebung – eine Reise um die Welt“. Der Soziologe ist Buchautor von „Hotel Prison“ und „Hotel Pardon“ und setzt sich ehrenamtlich weltweit für den Kontakt zwischen Inhaftierten, Opfern und Bürgern ein. Der englischsprachige Vortrag wird simultan ins Deutsche übersetzt. Im Anschluss findet eine Diskussion statt.

Über die Kraft der Vergebung – sogar bei Mord

In Zeiten, in denen das Verlangen nach Gerechtigkeit sich immer mehr zu einem lautstarken Fordern von mehr Repression und Strafe verwandelt, ist es gut, „andere Geschichten“ zu verbreiten. Zehn Jahre nach seinem freiwilligen Aufenthalt in verschiedenen Gefängnissen ging Jan de Cock wieder auf Reisen und traf sich mit Dutzenden Menschen, die Opfer unfassbarer Taten geworden sind und dennoch in der Lage waren, ihr Leben weiterzuführen – und die manchmal sogar verzeihen konnten: Eltern, deren Kinder von dem Norweger Breivik ermordet wurden, Frauen, deren Männer im World Trade Center umkamen, Überlebende des Völkermordes in Ruanda… Er entdeckte, dass diese Menschen in der Lage waren, großen Schmerz in eine Art von Toleranz und sozialem Engagement umzuwandeln.

16. Forum für Täter-Opfer-Ausgleich in Bad Kissingen

Das Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung veranstaltet vom 01. bis zum 03. Juni im Hotel Sonnenhügel in Bad Kissingen das 16. Forum für Täter-Opfer-Ausgleich (TOA). Ziel der Veranstaltung ist sowohl der interdisziplinäre Austausch zwischen allen Personen, die sich aus beruflichen und ehrenamtlichen Gründen für den Grundgedanken des Täter-Opfer-Ausgleichs interessieren, als auch die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Mediationspraxis in Strafsachen.

Anmeldung und Information:

Evi Fahl

Tel.: 02 21 / 94 86 51 - 22

Email: info@toa-servicebuero.de

Website: www.toa-servicebuero.de/toa-forum


Weitere Informationen:

Über das Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung

Auf Beschluss von Bundestag und Bundesregierung wurde das TOA-Servicebüro 1992 als überregionale Zentralstelle zur Förderung des Täter-Opfer-Ausgleichs eingerichtet. Es ist eine Einrichtung des DBH e. V. – Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik – und wird aus Mitteln des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert.

Der dahinter stehende Grundgedanke: Eine Straftat ist eine Verletzung von Menschen und Beziehungen. Eine solche Verletzung schafft Verpflichtungen. Im idealen Fall bezieht die Justiz Opfer, Täter und das Gemeinwesen in die Bemühungen um eine Verbesserung mit ein. Der zentrale Ansatz lautet: Die Bedürfnisse der Tatbetroffenen und die Verantwortung des Täters, das Übel wiedergutzumachen, zu einer gemeinsamen Lösung zusammen zu führen. Dies geschieht im Täter-Opfer-Ausgleich. Das TOA-Servicebüro  trägt aktiv dazu bei, diesen Weg einer konstruktiven Bewältigung des durch eine Straftat geschehenen Unrechts (Annäherung an den englischen Begriff – Restorative Justice) fest in das Strafrechtssystem zu integrieren. Arbeitsschwerpunkte sind Öffentlichkeitsarbeit, Aus- und Fortbildung, Qualitätssicherung und -entwicklung.

Ziel des Servicebüros für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung ist die vermehrte, fachgerechte Anwendung des Täter-Opfer-Ausgleichs. Dabei bedeutet vermehrt eine bundesweit flächendeckende Anwendung in allen geeigneten Fällen. Fachgerecht bedeutet, Mindeststandards für die Ausgleichsarbeit zu erarbeiten und festzulegen, Mitarbeitende der Einrichtungen entsprechend auszubilden, die Ausgleichspraxis zu überprüfen und weiterzuentwickeln sowie den Dialog mit Betroffenen, der Bevölkerung im Allgemeinen und mit den Medienvertretenden zu vertiefen.

Über den Täter-Opfer-Ausgleich

Der Täter-Opfer-Ausgleich bietet sowohl den Betroffenen von Straftaten als auch den Tatverantwortlichen die Möglichkeit, mit Hilfe einer vermittelnden Person ihren Konflikt außergerichtlich zu regeln und sich über eine Versöhnung und Wiedergutmachung zu verständigen. Bei Gericht bekommt man in der Regel selten Recht, sondern eine Entscheidung. Diese hinterlässt vielfach Verlierer und entfacht den Streit erst richtig. Im Täter-Opfer-Ausgleich wird dagegen unter der maximalen Einbeziehung der Beteiligten eine dauerhafte und friedensstiftende Konfliktlösung angestrebt. Mehr Opfergerechtigkeit wird auch durch die sofortige Einbeziehung der zivilrechtlichen Forderungen (Schadensersatz, Schmerzensgeld usw.) erreicht. Dahinter steckt die Philosophie einer bürgernahen Rechtspolitik, die den Betroffenen eine für sie angemessene Lösung des durch die Straftat entstandenen Konflikts zutraut. Die Wiederherstellung des (Rechts)-Friedens ist oberstes Ziel.

Über das Forum für Täter-Opfer-Ausgleich

Seit über 20 Jahren veranstaltet das Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung im Abstand von ein bis zwei Jahren das bundesweite Forum für Täter-Opfer-Ausgleich. Zur Zielgruppe der Veranstaltung gehören alle Praktiker/innen im Täter-Opfer-Ausgleich, Beschäftigte in Opfer- und Täterhilfe sowie alle Menschen, die sich (ehrenamtlich) für den Grundgedanken des Täter-Opfer-Ausgleichs interessieren und den eigenen Horizont zu erweitern bzw. sich interdisziplinäre Anregungen für ihre eigene Arbeit bzw. ihre Haltung holen möchten.

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