Beschreibung der Fortbildung
Seit 1991 bildet das Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung (TOA-Servicebüro) des DBH-Fachverband e.V. Mediator:innen in Strafsachen aus. Sowohl in Deutschland als auch im internationalen Raum ist die Mediation in Strafsachen eine bewährte und die am häufigsten genutzte Praktik, um in strafrechtlich relevanten Konflikten zwischen den tatbetroffenen und tatverantwortlichen Personen zu vermitteln.
Die Mediator:innen schaffen einen sicheren Raum für Begegnung, Dialog, Verbindung, Wiedergutmachung und vielleicht sogar auch Versöhnung zwischen den Beteiligten. Ausgangspunkt sind die Bedürfnisse und Anliegen der Tatbetroffenen, die in Zusammenhang mit der strafrechtlich relevanten Handlung entstanden sind, sowie die Bereitschaft der Tatverantwortlichen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Erfüllung dieser Bedürfnisse beizutragen.
Leitbild für die Fortbildung ist die Förderung einer humanen und sozialen Rechtspflege, in der die Wiederherstellung des sozialen Friedens Priorität hat. Sie richtet sich nach den Vorgaben der Europäischen Opferschutzrichtlinie 2012/29/EU, den Empfehlungen des Europarates CM/Rec(2018)8 über Restorative Justice in Strafsachen, den Restorative Justice Values and Standards des European Forum for Restorative Justice (2019, 2021) sowie nach den vom TOA-Servicebüro und der Bundesarbeitsgemeinschaft TOA e. V. (2017) herausgegebenen STANDARDS Mediation in Strafsachen im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs.
Bild: nutawut/stock.adobe.com
Fachliche Ziele der Fortbildung sind:
Lernziele
Die modulare Fortbildung dient dem Erwerb von Wissen und Handlungskompetenzen in folgenden Bereichen:
Lernformen und -inhalte
Der Erwerb von Handlungskompetenzen wird durch abwechslungsreiche Lernmethoden und ein ausgewogenes Zusammenspiel zwischen Theorie und Praxis erreicht:
Zielgruppe
Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte aus den Bereichen der Sozialen Arbeit, Pädagogik oder Psychologie, die Mediation in Strafsachen im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs praktizieren möchten oder bereits praktizieren. Ferner richtet sie sich an Personen, die aufgrund ihrer Berufs- und/oder Lebenssituation im Umgang mit Menschen erfahren sind und sich für Mediation in Strafsachen sowie die praktische Umsetzung einer Restorative Justice interessieren. Die einzelnen Module eignen sich auch zur thematischen Fortbildung.
Aufbau und Organisation der Fortbildung
Die berufsbegleitende Fortbildung umfasst ein Modul, das Grundlagenwissen vermittelt, sowie vier weitere themenspezifische Module. Diese Module können auch separat, in einer anderen Reihenfolge und in einem frei gewählten Zeitraum, gebucht werden. Zwischen den Modulen finden selbstorganisierte Arbeitsgruppentreffen statt. Sie dienen der kollegialen (Fall-)Beratung. Diese Treffen sind zu dokumentieren und unter Angabe der teilnehmenden Personen, des Orts, des Datums und des Zeitaufwands an das TOA-Servicebüro zu senden. Jede:r Teilnehmer:in muss zumindest a) einen eigenen Fall in die kollegiale Beratung eingebracht und besprochen sowie b) zumindest eine kollegiale Beratung einer anderen teilnehmenden Person dokumentiert haben. Das Modul 5 (Abschlusskolloquium) kann nur absolviert werden, wenn bereits alle anderen Module abgeschlossen wurden.
Die Abschlussarbeit umfasst eine schriftliche Dokumentation von zwei eigenständig bearbeiteten und anonymisierten Vermittlungsfällen (jeweils Bearbeitung des Falls inkl. getrennter Vorgespräche und Ausgleichs- bzw. Vermittlungsgespräche). Eine genaue Anleitung hierzu ist in den Lehrgangsmaterialien zu finden. Schon hier wird darauf hingewiesen, dass während der Fortbildung selbstständig eine Praxisstelle zu finden ist, bei der die zu dokumentierenden Fälle bearbeitet werden können. Die Abschlussarbeit muss dem TOA-Servicebüro in digitaler Form vier Wochen vor dem Beginn des Moduls 5 vorliegen.
Im Abschlusskolloquium werden die Abschlussarbeiten besprochen. Jede:r Teilnehmende erhält ein persönliches Feedback durch die Trainer:innen. Am Ende steht die Zertifizierung zum:zur Mediator:in in Strafsachen.
Übersicht über die Fortbildung:
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A R B E I T S - |
Modul 1 – Basisseminar |
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Modul 2 – Opferperspektive |
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Modul 3 – rechtliche Grundlagen und Kooperation mit der Justiz |
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Modul 4 – Methodenvertiefung |
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Modul 5 – Abschlusskolloquium |
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Umfang der Fortbildung:
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Modul 1 – Basisseminar |
21,5 Stunden |
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Modul 2 – Opferperspektive |
14,5 Stunden |
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Modul 3 – Rechtliche Grundlagen und Kooperation mit der Justiz |
14,5 Stunden |
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Modul 4 – Methodenvertiefung |
14,5 Stunden |
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Modul 5 – Abschlusskolloquium |
14,5 Stunden |
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Gesamt – Begleitetes Lernen |
79,5 Stunden |
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Intervisionsgruppentreffen |
18 Stunden |
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Erstellung von zwei vollständigen Falldokumentationen |
7,5 Stunden (Durchschnittswert) |
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Bearbeitung von zwei vollständigen Fällen |
15 Stunden (Durchschnittswert) |
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Gesamt – Eigenständiges Lernen |
40,5 Stunden |
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Gesamt |
120 Zeitstunden |
Zertifikatsvergabe
Voraussetzungen für die Vergabe eines Zertifikats sind:
Für jedes abgeschlossene Modul erhalten die Teilnehmenden eine gesonderte Teilnahmebescheinigung.
Fortbildungsgruppe, Trainer:innen und Referent:innen
Die einzelnen Module werden in einer Gruppengröße durchgeführt, die eine intensive Praxisorientierung und eine tiefergehende Auseinandersetzung mit der Theorie zu den angebotenen Themen und Übungen erlaubt.
Die Trainer:innen besitzen mehrjährige Praxis- und Fallerfahrung im Tätigkeitsfeld. Sie sind im Feld anerkannte Mediator:innen in Strafsachen und verfügen dazu über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz in der Anleitung von Gruppen. Sie erweitern diese Kompetenz durch kontinuierliche Fortbildung und Supervision. Die Referent:innen sind jeweils in ihren Themengebieten anerkannte Fachleute und ausgewiesene Kenner:innen der Materie.
Trainer:innen:*
Referent:innen:*
*: Änderungen möglich
Veranstaltungsort, technische Hinweise und Termine
Die Module 1-2 sowie 4-5 finden als Präsenzveranstaltung in Bad Nenndorf im folgenden Tagungshaus statt:
Hotel Delphin
Im Niedernfeld 1-3
31542 Bad Nenndorf
Das Modul 3 findet im Onlineformat statt. Der DBH-Fachverband betreibt einen eigenen Root-Server in Deutschland. Das Rechenzentrum ist nach dem BSI-Standard ISO/IEC 27001:2013 zertifiziert.
Auf diesem dedizierten Server wurde die datenschutzkonforme Open-Source-Software „Big-BlueButton“ installiert, die für die Durchführung unserer Veranstaltungen eingesetzt wird. Der Zugang zur Veranstaltung erfolgt über einen Web-Browser, die Installation einer Software ist damit nicht notwendig. Für Ihre Teilnahme empfehlen wir grundsätzlich die Verwendung:
Um eine reibungs- und störungsfreie Teilnahme zu ermöglichen, bieten wir den Teilnehmenden bei Bedarf und entsprechender Nachfrage einen Termin an, um den Zugang zur BigBlue-Button-Instanz sowie die Audio- und Videofunktion zu testen. Anfragen bitte an: info@toa-servicebuero.de. Unser Tipp: unter test.bigbluebutton.org können Sie BigBlueButton kostenfrei testen.
Veranstaltungstermine:
Der erste Veranstaltungstag findet jeweils von 14:00 bis 18:00 Uhr statt, der letzte Veranstaltungstag von 9:00 bis 13:00 Uhr. Die ganzen Veranstaltungstage beginnen um 9:00 Uhr und enden um 18:00 Uhr.
Kosten
Die Fortbildungsgebühren für den gesamten Fortbildungsgang betragen 2.775,00 €. Wenn Sie den gesamten Fortbildungsgang buchen, sind die einzelnen Module nacheinander im ausgeschriebenen Gesamtzeitraum zu absolvieren. Eine Einzelbuchung der Module ist ebenfalls möglich, wobei die Fortbildung mit Modul 1 beginnt und mit Modul 5 enden muss.
Die Teilnahmegebühren:
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Fortbildungs-gebühren |
Kosten Verpflegung (während der Veranstaltung)**
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Gesamtfortbildung: |
2.775,00 € |
405,50 € (inkl. MwSt.) |
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Einzelne Module:
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Modul 1 (10. – 13.08.2026) |
690,00 € |
131,00 € (inkl. MwSt.) |
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Modul 2 (09. – 11.12.2026) |
550,00 € |
91,50 € (inkl. MwSt.) |
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Modul 3 - Online (22. – 23.02.2027) |
525,00 € |
entfällt |
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Modul 4 (31.05. – 02.06.2027) |
550,00 € |
91,50 € (inkl. MwSt.) |
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Modul 5 (13. – 15.09.2027) |
460,00 € |
91,50 € (inkl. MwSt.) |
**: Die Verpflegungspauschale ist obligatorisch und umfasst:
Bei Buchung der Gesamtfortbildung oder bei Buchung der einzelnen Module gilt das gleiche Prozedere: Sie erhalten vom TOA-Servicebüro zunächst eine Bestätigung für Ihre verbindliche Anmeldung. Zeitnah nach den Modulen erhalten Sie jeweils eine Rechnung über die anfallenden Teilnahmegebühr pro Modul (Fortbildungsgebühr, Kosten für Verpflegung).
Hinweis: Die Rechnungen erhalten Sie über unser Rechnungsprogramm ausschließlich per E-Mail zugesendet. Bei Anmeldung über Ihren Arbeitgeber stellen wir Ihnen eine E-Rechnung nach der vorgeschriebenen Norm EN16931 zu, ansonsten im PDF-Format. Die Teilnahmegebühr ist erst nach Rechnungserhalt zu überweisen.
Unterkunft
Für den Fall, dass Sie für die Modulzeiträume eine Unterkunft benötigen, steht Ihnen im Hotel Delphin eine begrenzte Anzahl an optionierten Zimmern zur Verfügung, die eigenständig und auf eigene Kosten bei der Tagungsstätte zu buchen sind (75,00 €*/pro Übernachtung mit Frühstück, bei Bedarf: Abendessen für jeweils 19,00 €*). Die Zimmerkontingente sind besser zeitnah, jedoch spätestens bis zum folgenden Datum unter dem Stichwort „TOA-Ausbildung“ zu buchen:
*: Alle genannten Preise zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer zum Zeitpunkt der Leistungserbringung.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an das Hotel Delphin (s. o.).
Veranstalter
Auf Beschluss von Bundestag und Bundesregierung wurde das TOA-Servicebüro als überregionale Zentralstelle zur bundesweiten Förderung des Täter-Opfer-Ausgleichs eingerichtet. Es ist eine Einrichtung des DBH – Fachverband für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik e.V. und wird zum Großteil aus Mitteln des Bundesministeriums der Justiz gefördert.
Bei inhaltlichen und organisatorischen Fragen wenden Sie sich bitte an:
Tel.: (02 21) 94 86 51 22
E-Mail: info@toa-servicebuero.de | Website: www.toa-servicebuero.de
Vertragsbedingungen
Eine verbindliche Anmeldung zur Gesamtfortbildung oder zu einzelnen Modulen ist nur über das folgende Anmeldeformular auf der Website des TOA-Servicebüros möglich:
www.toa-servicebuero.de/fortbildung/ausbildung/anmeldung
Die Teilnehmer:innenzahl ist auf 18 Personen begrenzt. Anmeldeschluss ist der 30. Juni 2026.
Im Folgenden finden Sie den Anmeldeschluss für die Gesamtfortbildung bzw. den Anmeldeschluss im Fall einer Anmeldung für ein einzelnes Modul. Bis zu den genannten Daten ist ein kostenloser Rücktritt von der Veranstaltung möglich:
Für später eingehende Absagen bis 14 Tage vor dem ersten Veranstaltungstag berechnen wir eine Ausfallgebühr in Höhe von 50 % der Teilnahmegebühr zusätzlich der Stornierungsgebühren des jeweiligen Tagungshauses (Kosten für Verpflegung und ggf. Unterkunft):
Bei einem späteren Rücktritt bis zum genannten ersten Veranstaltungstag der gebuchten Veranstaltung (Gesamt- oder einzelne Modulanmeldung) sind die Gesamtkosten zu zahlen (s. u. § 12 unserer AGB).
Bei Buchung der gesamten modularen Fortbildung verpflichten sich die Teilnehmer:innen, die Termine der Module 1 bis 5 nacheinander wahrzunehmen. Bei Fehlzeiten, z. B. durch Krankheit, müssen die Teilnehmer:innen das TOA-Servicebüro rechtzeitig informieren. Die Betroffenen erhalten zwar die Möglichkeit, das Zertifikat durch Teilnahme am noch fehlenden Modul zu einem späteren Zeitpunkt nachträglich zu erwerben. Die dadurch entstehenden Kosten müssen jedoch von den Teilnehmer:innen gesondert bezahlt werden.
Bitte beachten Sie hierzu § 12 unserer AGB:
§ 12 Rücktritt durch Teilnehmer:innen
Weitere Informationen finden Sie in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen: